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Presseberichte - 2002
Geschrieben von: NGZ   
Samstag, den 14. Dezember 2002 um 02:00 Uhr

Bürgermeister Glöckner wirbt um mehr Rücksichtnahme
"Lärm" beschäftigt viele Schützenvereine

Als Hochburg des Schützenwesens wurde und wird Rommerskirchen von Politikern stets gern beschrieben, wobei Spötter gelegentlich auch schon mal zu der Vermutung neigen, die Brauchtumshüter seien zuweilen die eigentliche Macht am Gillbach. Angesichts von insgesamt gut 2.000 Mitgliedern, die sich in der 12.500-Einwohner-Gemeinde auf 13 Vereine und Bruderschaften verteilen, sind die Schützen in der Tat zumindest ein Faktor, an dem es in vielen Fällen kein Vorbei gibt.

Nun sehen sich Traditionsgesellschaften mancherorts zunehmend mit einem Phänomen konfrontiert, das es immer schon gegeben haben mag, mittlerweile jedoch dazu geführt hat, dass "ganze Vereine am Zittern sind", wie es ein hochrangiges Führungsmitglied eines dieser Vereine formuliert. Beschwerden wegen Lärmbelästigung durch das Schützenfest haben in diesem Jahr die St. Sebastianus-Bruderschaften aus Oekoven und Nettesheim-Butzheim sowie den Schützenverein Ramrath-Villau in Atem gehalten. Während in Oekoven der Konflikt im Frühjahr nach zähem Ringen durch eine Verlegung des Festzelts offensichtlich zu allseitiger Zufriedenheit gelöst werden konnte, schwelt es andernorts weiter.

Die St. Sebastianus-Bruderschaft aus Nettesheim und Butzheim hat kürzlich ihre Mitglieder zur Besonnenheit aufgerufen, wobei der Vorstand das Problem durch ein Gespräch mit einem ihr dem Vernehmen nach bis dato nicht bekannten Beschwerdeführer frühzeitig entschärfen will. Zu einem "grenzüberschreitenden" Konflikt kam es in Ramrath. Anwohner beschwerten sich über das im mehrere Kilometer entfernten Gohr gefeierte Schützenfest, was für die dortige St. Sebastianus-Bruderschaft ein Bußgeld der Stadt Dormagen zur Folge hatte.

Auch heimische Feste des Schützenvereins Ramrath-Villau blieben durch die geräuschempfindlichen Nachbarn nicht ungewürdigt. Zuletzt gab es nach der 75-Jahrfeier im Oktober Post vom Ordnungsamt, wobei den Schützen in einem Gespräch noch einmal die "Ernsthaftigkeit der Situation hinsichtlich zukünftiger Festivitäten" vermittelt werden sollte. "Wir sehen die Entwicklung mit Sorge" , meint Bürgermeister Albert Glöckner. Bislang sei es dem Rathaus stets noch gelungen, im Dialog mit den Betroffenen zu einer einvernehmlichen (Kompromiss-)Lösung zu kommen.

Die Tätigkeit der Schützen werde im Bewusstsein der Menschen oftmals auf das Feiern der Schützenfeste reduziert. Von der Übernahme von Grünpatenschaften über die Betreuung von Senioren bis zur Anbringung der Weihnachtsbeleuchtung zählten die Schützen aber "zu den Aktivposten der Gemeinde". Aus Glöckners Sicht betätigen die Schützen sich "vielfältig in der Gemeinde zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger."

Gleichwohl hat er auch Verständnis für die Beschwerdeführer: "Die unmittelbare Nachbarschaft zu einem Schützenfestplatz bringt es mit sich, dass die Tanzmusik auch dann miterlebt werden muss, wenn der Weg ins Bett gesucht wird." Als "Weg zu einem gedeihlichen Miteinander" empfiehlt Glöckner "mehr gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis für die Belange des anderen". Durch "wohlwollendes Miteinander" sollten die Beteiligten Konfliktsituationen lösen "oder noch besser: erst gar nicht entstehen lassen". S. M.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 11. Januar 2009 um 12:33 Uhr
 
 

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