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Historie der Tambourcorps Drucken E-Mail
Geschrieben von: Josef Brüggen   
Mittwoch, den 31. Dezember 2003 um 04:00 Uhr

Vom Spielmannszug zum Tambourcorps.

Schon früh benutzten die Menschen verschiedene Geräte und Gegenstände wie Muschel und Hörner zur Signalgebung. Die Entwicklung der Menschheit brachte es mit sich, dass diese Geräte verfeinert wurden und neue hinzukamen. Die bekanntesten Geräte, die man nun schon Instrumente nennen konnte, waren Hörner, Dudelsack, Trommel, Trompeten und Pfeifen . Sie fanden natürlich auch bei Landsknechten und Söldnern des Mittelalters Verwendung. Für die Heerführer wäre es damals unmöglich gewesen, große Heere mit Reitern, Lanzenträger und Musketieren ohne akustische Signale zu kommandieren. Ob es auf dem Schlachtfeld hieß Angriff, Rückzug Feuern oder im Feldlager Zapfenstreich, Wecken, Sammeln, Locken oder Vergattern, stets erfolgte dieses Kommando durch die in der Einheit befindlichen Feldtrompeter, Heerpaucker oder Hornisten. Einer geordneten Militärmusik begegnet man erstmals 15. / 16. Jahrhundert. Hier waren die Landsknechte das erste geordnete Fußvolk, die Grundlage der späteren Heere. Mit Einführung des Gleichschritts, setzte sich die Entwicklung der Militärmusik fort. Dieser Zeitpunkt kann als die Geburtsstunde der Marschmusik bezeichnet werden.

Schon bei den Landsknechten wurde die Fahne vom „ Spiel „ begleitet, welche aus einem Trommelschläger und eine Querpfeiffer bestand. Es spielte einfache Weisen, gab den Takt beim Marsch an und begleitete die Landsknechte bei Liedern, die sich zum Singen im Gehen eigneten. Die Hauptaufgabe der „ Spielleute „ bestand aber weiterhin in der Signalgebung im Felde.

Dieses Spiel blieb seitdem für das deutsche Fußvolk typisch, und so nannte man Trommler und Pfeiffer auch „ Spielleute „. Bei jedem Fähnlein war ein Trommler und ein Pfeiffer, und da jedes Regiment bis zu 16. Fähnlein hatte, konnten diese innerhalb des Regiments zu einem stattlichen Spielmannszug zusammengestellt werden.

Zog eines dieser Wilden und rauen Landsknechtsregimenter durch eine Stadt, wollte man sich von der beste Seite zeigen. Sogleich hieß es „Trommler und Pfeiffer nach vorn“, und man Zog mit „Singendem und Klingendem Spiel“ ein. Geführt wurde dieser Regiments-Spielmannszug durch den Regimentstrommler, der stets in einem höheren Dienstgrad als ein anderer Musiker stand. Damit hatten wir unser erstes Tambourcorps mit dem Tambour an der Spitze.

Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich die Zusammensetzungen in Uniform und Ausrüstung der Militärmusiker. So hatte z.B. unter Friedrich Wilhelm, den großen Kurfürst, jede Infanterie-Kompanie 3.Trommler und 1.Pfeiffer. Beim Regimentsstab gab es zudem den Regimentstambour, der für die Ausbildung der Spielleute und für die Signalgebung verantwortlich war. Der Aufgabebereich blieb aber grundsätzlich der gleiche.

In der Zeit vor dem 2.Weltkrieg stabilisierte sich die Entwicklung dahingehend, dass jede Kompanie 2.Trommler und 2.Pfeiffer hatte. Ein Bataillon zu vier kompletten Infanterie-Kompanien hatte somit 8.Trommler und 8.Pfeiffer.Dieser Musikzug stand unter dem Kommando des Bataillon- Tambour.

Die im zivilen Bereich geschaffenen Tambourcorps richteten sich lange Zeit, bezüglich Personalstärke, Uniformen und Ausrüstung, nach ihren militärischen Vorbildern. Auch die Ausbildung übernahmen häufig aus dem aktiven Militärdienst ausgeschiedene Militärmusiker.

Um den Klangkörper der Corps zu verbessern und um Melodiemärsche zu intonieren, wurden später andere Instrumente wie Pauken, Becken und Lyra hinzugenommen. Auch personell stockte man auf :Tambourcorps mit einer Spielstärke zwischen 30 – 40 Musiker sind heute keine Seltenheit

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 14. April 2009 um 11:33 Uhr
 
 

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